Erste eigene Wohnung – 6 Tipps gegen Fallstricke im Mietvertrag

Partys feiern bis der Arzt kommt, und aufräumen nur wann man Lust hat – der Einzug in die erste eigene Wohnung bringt viele neue Freiheiten. Doch wer A sagt muss auch B sagen. Denn auf Erstmieter warten gewöhnlich viele neue Pflichten und Herausforderungen. Ganz wichtig: der Mietvertrag. Hier gibt es 6 Tipps gegen typische Fallstricke.

[Achtung: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung, sondern nur meine persönliche Meinung als Laie. Sie können sich nicht auf die Angaben verlassen.]

1. Abkürzungen: Brutto-, Nettomiete und Co.

Die Wohnungssuche beginnt meistens mit dem Studieren von Wohnungsanzeigen. Spätestens dort begegnen einem Abkürzungen wie z.B. KM, WM oder BK. So bedeutet KM Kaltmiete und WM Warmmiete. Mit BK sind die Betriebskosten gemeint. Nur wer die Kürzel der Makler oder Vermieter versteht, weiß wie viel die inserierte Wohnung tatsächlich kostet. Aufschluss über die Bedeutungen der wichtigsten Abkürzungen bietet diese Übersicht.

2. Handelt es sich um einen Zeitmietvertrag?

Wer eine neue Wohnung bezieht, verschwendet meist noch keinen Gedanken an den Auszugstermin. Denn wer weiß heute schon, was das Leben morgen für Herausforderungen mit sich bringt? Doch die Dauer des Aufenthalts kann auch durch den Mietvertrag befristet sein. So genannte Zeitmietverträge regeln die Mietdauer von vorne herein. Für den Mieter ist dies aus zwei Gründen nachteilhaft. Er muss einerseits zu einem bestimmten Termin ausziehen. Andererseits darf er nicht vorzeitig kündigen, wenn sich z.B. eine andere Wohngelegenheit ergibt. Ein Zeitmietvertrag ist in der Praxis nur dann sinnvoll, wenn man von vorne herein nur für eine begrenzte Zeit an einem Ort wohnen möchte, oder aus beruflichen Gründen eine zeitlich befristete Zweitwohnung sucht.

3. Wie hoch darf die Miete sein?

Welche Miethöhe ist zulässig? Eine Frage die sich Mieter häufig zu Recht stellen, da einige Vermieter heutzutage kräftig zulangen. Grundsätzlich gilt: der Mietpreis richtet sich wie bei jeder anderen Dienstleistung nach Angebot und Nachfrage. Doch eine Einschränkung gibt es: die so genannte Mietpreisbremse. Sie gilt in angespannten Wohnungsmärkten. Das sind meist Wohnviertel in Grosstädten wo die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Das Gesetz besagt, dass bei Neuvermietungen die Miete nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Doch es gibt Ausnahmen. Eine Übersicht über die gesetzlichen Regelungen findest du hier.

4. Schönheitsreparaturen

Wahrscheinlich ist es das unbeliebteste Wort im Mietvertrag. Schönheitsreparaturen sind für Mieter meist mit viel Arbeit verbunden. Über den aktuellen rechtlichen Stand scheiden sich die Geister, und streiten sich die Gerichte. Doch eines steht fest: erlaubt sind sie immer noch. Allerdings nur begrenzen Rahmen. Zudem müssen sie auf bestimmte Art und Weise im Mietvertrag stehen. Ausführliche Infos zu ungültigen Renovierungsklauseln gibt es hier.

5. Ungültige Nebenkosten

Strom, Wasser und Heizung – das sind die Betriebskosten die jeder Mieter sicherlich kennt. Doch es gibt noch Weitere. Einige davon dürfen Vermieter ihren Mietern berechnen, andere hingegen nicht. So sind z.B. Kosten für die Hausreinigung reguläre Nebenkosten. Den Jahresbeitrag für die Mietausfallversicherung darf der Hausherr hingegen nicht auf die Mieter umlegen. Eine Übersicht was erlaubt ist und was nicht, findest du hier.

6. Wohnungsübergabe beim Einzug – unbedingt Protokoll vorlegen lassen

Der nächste Fallstrick wartet beim Einzug. Ist der Mietvertrag unterschrieben, treffen sich Mieter und Vermieter zur Wohnungsübergabe. Diese oft als beiläufig empfundene Begehung kann entscheidende Folgen für die späteren Mietkosten haben. Nämlich dann wenn der Vormieter Schäden hinterlassen hat, und es später beim Auszug darum geht, wer die Schäden regulieren muss. Deshalb ist es schon beim Einzug wichtig, die Wohnung genauestens in Augenschein zu nehmen. Hilfreich hierfür ist das Wohnungsübergabeprotokoll. Es dokumentiert den Zustand der Wohnung im Moment der Übergabe. Hierauf werden eventuell schon bestehende Schäden des Vormieters erfasst. Lass dir eine Ausführung des Protokolls aushändigen und vom Vermieter gegenzeichnen. So gehen Schäden die du nicht verursacht hast, später nicht zu deinen Lasten.