Neue Wohnung: Die handwerkliche Grundausstattung

Bei der Gründung eines Hausstands entstehen erst mal viele Kosten. Die Mietkaution muss bezahlt, Möbel, Teppiche, Geschirr und Wäsche müssen angeschafft werden. Viel Geld lässt sich sparen, wenn handwerkliche Leistungen in Eigenregie erbracht werden. Welche das sein können und welche Werkzeuge dafür benötigt werden, erläutert der nachfolgende Artikel.

Eine der ersten handwerklichen Arbeiten, die beim Einziehen in eine neue Wohnung anfallen, ist das Streichen der Wände. Hier spielen oft erst mal gesetzliche Regel und der Mietvertrag eine große Rolle.

Gesetzliche Bestimmungen und Mietvertrag regeln Durchführung von Malerarbeiten

Häufig wird die Wohnung im renovierten Zustand übergeben. Die Wände sind in der Regel weiß gestrichen oder mit einer neutralen Tapete versehen. Diese Arbeiten lässt sich der Vermieter bezahlen, indem er sie auf die Mietkosten umlegt.

Wer hingegen eine unrenovierte Wohnung übernimmt, hat einen gewissen Verhandlungsspielraum mit dem Vermieter. Dieser übernimmt zumindest die Materialkosten. Damit entscheidet der Mieter selbst über die Farbgebung seiner Wände und Decken.

Was braucht man alles zum selbst Anstreichen der Wände in der Wohnung?

Zum Malern benötigt der Mieter Abdeckplanen, um den Fußboden vor Farbspritzern zu schützen. Neben der Farbe werden Pinsel zum Streichen der Ecken sowie eine Farbrolle und ein Teleskopstiel benötigt.

Welche Rollenart verwendet werden muss, lässt sich dem Etikett des Farbeimers entnehmen. Das Verwenden eines handelsüblichen Abstreichgitters garantiert ein relativ sauberes Arbeiten.

Tipps zum Tapezieren

Sollen anstelle der Wandfarbe Tapeten an die Wände gebracht werden, benötigt der Mieter einen Spachtel, mit dem er die alte Wandverkleidung entfernt.

Auf einem Tapeziertisch lassen sich die Tapetenbahnen zuschneiden und mit Taptenkleister einstreichen. Dazu werden ein Winkelmaß, ein Zollstock beziehungsweise Rollmaß, eine Papierschere, ein Cuttermesser, eine Deckenbürste sowie eine Tapezierbürste benötigt.

Deckenlampen unter Beachtung der Sicherheitsmaßnahmen anbringen

Vor dem Anbringen der Deckenlampen werden die Sicherungen herausgedreht. Mit einem Phasenprüfer wird an den Kabelenden getestet, ob tatsächlich kein Strom fließt. Er kann gleichzeitig zum Verbinden der Anschlusskabel an der Lüsterklemme verwendet werden.

Fußbodenbelag einbringen

Für welchen Fußbodenbelag sich der Mieter entscheidet, kann wiederum von den Maßgaben des Mietvertrags abhängen. Gegen ein Klicklaminat anstelle eines Teppichbodens wird kein Vermieter Einwände erheben. Beläge, die mit dem Fußboden eine feste Verbindung eingehen, muss er jedoch nicht dulden.

Das A und O beim Verlegen eines Teppichbodens oder eines Kunststoffbelags ist das exakte Ausmessen. Daher kommen das Winkelmaß, das Rollmaß, die Dreikantschiene und das Anpressprofil zum Einsatz. Geschnitten wird mit einem Teppichmesser oder mit der Teppichschere. Welches Werkzeug sich besser eignet, hängt von den individuellen Vorlieben sowie vom Härtegrad des Bodenbelags ab.

Möbel aufbauen

Viele Möbel werden als Bausatz geliefert, so dass das Montieren der Einzelteile dem Käufer überlassen bleibt. Nicht immer enthält das Paket die zum Zusammenbau erforderlichen Werkzeuge.

Insofern werden Schraubendreher und Schraubenschlüssel in unterschiedlichen Größen benötigt. Wer sich die Arbeit erleichtern möchte, verwendet stattdessen einen Akkuschrauber mit diversen Aufsätzen.

Dekorieren leicht gemacht

Stehen die Möbel an ihrem Platz, kann es ans Dekorieren der Wohnung gehen. Das Bild kann selbst der Laie aufhängen. Benötigt wird ein Hammer, um den Nagel für die Aufhängung in die Wand einzuschlagen.

Gemälde, aber auch schwere Wandlampen und Hängeschränke sollten angedübelt werden. Je nach Untergrund kann zum Einbringen der Dübel das Vorhandensein von Bohrlöchern notwendig sein. Mit einem Bohrschrauber ist das Bohren derselben kein Problem.

Für Mauerwerke mit einem dichten Gefüge wie beispielsweise Kalksandvollstein wird eine Schlagbohrmaschine benötigt.

Zusätzliche Werkzeuge, die häufig im Haushalt benötigt werden

Eine Reihe von Werkzeugen erleichtert das handwerkliche Arbeiten in den eigenen vier Wänden. Dazu zählt beispielsweise der Elektrotacker. Mit ihm lassen sich unter anderem Bezugsstoffe am Sofa- oder Sesselrahmen anbringen.

In die Wand eingeschlagene Nägel lassen sich mit einer Zange leicht wieder herausziehen, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Für Arbeiten an den Materialien Holz oder Metall werden häufig Schleifmittel benötigt.

Zum Ausbessern beziehungsweise Bearbeiten kleinerer Stücke reicht Schleifpapier. Für größere Arbeiten empfehlen sich Topf- und Tellerbürsten, Schleifscheiben und Gummiteller, die selbsthaftendes Schleifpapier aufnehmen. Sie werden in das Bohrfutter der Bohrmaschine eingespannt.

Der Lötkolben ist nicht nur für den Elektroniker ein wichtiges Werkzeug. Er kann auch Styropor schneiden, Kunststoffe schweißen oder für die Brandmalerei verwendet werden. Wer eine Werkbank besitzt, schont den Küchentisch vor Verunreinigungen und vor dem Verkratzen.

Elektroarbeiten dem Fachmann überlassen

Sämtliche Elektroarbeiten, beispielsweise die Verlegung neuer Stromleitungen, das Installieren und Austauschen von Steckdosen beziehungsweise Lichtschaltern, sollten dem Fachmann überlassen werden.

Zwar stellen diese Tätigkeiten für den geübten Heimwerker keine tatsächliche Herausforderung dar. Sie sind jedoch mit Gefahren verbunden und obendrein für den Laien nicht erlaubt. Alle elektrischen Anlagen, die an das öffentliche Elektrizitätsversorgungsnetz angeschlossen sind, dürfen nur vom Fachmann installiert oder geändert werden.