Tarif-Rechner clever im Einsatz: Stromkosten trotz Neukunden-Bonus und -Rabatten objektiv einschätzen

Ich hatte vorgestern über die monatlichen Stromkosten in einem durchschnittlichen Singlehaushalt geschrieben. Dabei ging ich darauf ein, wie man die Stromkosten durch Wechseln zu Stromanbietern mit günstigeren Tarifen geschickt senken kann.

Einen interessanten Kommentar dazu bekam ich von Raphael, der erklärte, warum es nicht immer und in jedem Fall Sinn macht, den günstigsten Stromtarif zu wählen und wie man langfristig günstigen Storm bezieht, ohne sich von einem einmaligen Wechsel-Bonus blenden zu lassen.

Auf den Wechselbonus beim Tarif-Wechsel achten

Weil der Wechselbonus in der Tat eine zentrale Rolle spielt, wenn man dauerhaft günstigen Strom beziehen will, werde ich in diesem Artikel noch mal ergänzend speziell darauf eingehen.

Übrigens gilt vieles in diesem Artikel nicht nur für Stromtarife: Obwohl es in dem erwähnten Artikel um Stromkosten und Stromanbieter ging, spielen Wechsel- und Neukunden-Boni und -Rabatte nicht nur bei Stromtarifen eine Rolle, sondern zum Beispiel auch bei Gastarifen, DSL- und Internet-Tarifen und teilweise auch bei Girokonten und Krediten.

Strompreise ohne Neukundenbonus ermitteln

Wenn man Rabatte und Boni im ersten Vertragsjahr in seine Stromkosten einberechnet, dann kommt man rechnerisch manchmal auf schön-gerechnete Strompreise. Egal, ob man solche Rabatte nutzen will oder nicht: Meine Empfehlung ist, sich in jedem Fall vor dem Wechsel zu einem neuen Stromanbieter den Strompreis ohne Neukundenboni o.ä. anzusehen.

Stromanbieter-Hopping zum cleveren Sparen

Stromanbieter-Hopping, also das häufige (jährliche) Wechseln des Anbieters macht Sinn, weil die Anbieter ihre Strompreise ständig anpassen. Es funktioniert deshalb leider in der Regel nicht, sich einen langfristig günstigen Anbieter zu suchen und damit auch langfristig günstigen Strom zu beziehen – halt leider auch in der Regel dann nicht, wenn man bereit ist, auf einen kurzfristigen Neukundenbonus zu verzichten.

5 Schritte zum günstigsten Stromanbieter

Effizientes Stromanbieter-Hopping, wo ich ausführlich bei meinen Tipps zum Stromanbieter-Vergleich darüber geschrieben habe, funktioniert (in der Kurzfassung) in etwa so.

  1. Mit einem Stromtarif-Vergleich den aktuell günstigsten Stromanbieter finden.
    (Neukunden-Bonus, Rabatte und Ähnliches einbeziehen)
  2. Wechseln.
    (Das geht mit vielen Stromtarif-Vergleichen schnell und einfach.)
  3. Ca. 2 Monate nach dem Wechsel kündigen.
    (Am besten, man wechselt erst mal wieder zum Grundversorger. Wichtig ist, dass man jetzt den Vertrag ordnungsgemäß zum regulären Ende der Laufzeit kündigt.  – So früh wie möglich, was in der Regel ein Jahr ist. Aber so spät wie nötig, um noch den Neukundenbonus zu erhalten.)
  4. Bonus erhalten.
    Der Wechsel-Bonus und Neukundenrabatte werden in der Regel am Ende des ersten Vertragsjahres ausbezahlt. Normalerweise auch dann, wenn man gekündigt hat. Es geht bei den meisten Stromanbietern nämlich bei der Fälligkeit des Bonus darum, wie lange man mit Strom beliefert wurde.
  5. Sobald man wieder seinen Strom vom Grundversorger bezieht, kann man wieder bei Schritt 1 anfangen.
    Weil man beim Grundversorger in den meisten Fällen monatlich kündigen bzw. wechseln kann, ist es auch nicht schlimm, von ihm den Strom mal 2-3 Monate zu beziehen.

Vom Grundversorger zu einem günstigeren Strom-Discounter zu wechseln finde ich jedenfalls einfacher, als von einem Discounter zum nächsten zu wechseln.